Sollt' ich mein' Freud' verschweigen (Johann Hermann Schein)

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  • (Posted 2016-10-29)   CPDL #41616:     
Editor: Nikolaus Hold (submitted 2016-10-29).   Score information: A4, 2 pages, 51 kB   Copyright: CC BY NC
Edition notes: Ein Ganzton tiefer, alle Strophen unterlegt. MusicXML source file is in compressed .mxl format.

General Information

Title: Sollt' ich mein' Freud' verschweigen
Composer: Johann Hermann Schein
Lyricist:

Number of voices: 5vv   Voicing: SSATB
Genre: SecularMadrigal

Language: German
Instruments: A cappella

First published: 1609 in Venus-Kränzlein, no. 2
  2nd published: 1906 in Volksliederbuch für Männerchor, no. 416
Description:

External websites: Sollt' ich mein' Freud' verschweigen (Johann Hermann Schein) at the Petrucci Music Library (IMSLP)

Original text and translations

German.png German text

1. Sollt' ich mein' Freud verschweigen, ach liebstes Herzelein,
weil Ihr Euch gebt mir eigen, ganz nach dem Willen mein?
Drum tut mein Herz, ledig von Schmerz, ein Liedelein jetzt singen,
obschon von nah, besser als da, die Musica könnt klingen.

2. Ich hab vormals tun schicken manchen Seufzer nach Euch.
Könnt mich nirgends erquicken als an Euch, tugendreich.
Der süße Hold für rotes Gold ich allezeit tu achten.
Wann ich verlier Euch, schönste Zier, vor Leid muss ich verschmachten.

3. Denn wen sollt nicht bewegen Eur Mündlein wohlgestalt.
Möchts doch ein' Stein erregen, dass er euch liebt alsbald.
Eur Händlein klar, goldgelbes Haar, Eur freundlich Wort mit Treuen,
Eur Sternlein zwei, ohn Heuchelei, möcht'n Erz und Stahl erfreuen.

4. Obschon mein Herz im Leibe von Adamant wär hart,
würd' Ihr's, kein Scherz ich treibe, weichen, Jungfräulein zart.
Zudem Eur Gstalt ziert mannigfalt Tugend mit Preis der Ehren,
welche sich noch, ach Schätzlein hoch, von Tag in Euch tut mehren.

5. Nun muss ich ja bekennen, wenn man ohn alls gefähr
Euren Namen tut nennen, freuet sich mein Herz sehr
und zu mir spricht: hörst du denn nicht dein' liebsten Schatz auf Erden,
welcher noch dir, in Kürzen schier, soll ehlich zuteil werden.

6. In solcher Hoffnung süße ich Euch, abwesend gleich,
mit Liebesseufzern küsse, Jungfräulein tugendreich.
Mit solcher Freud vertreib mein Zeit, tu stets an Euch gedenken.
In gleichem Fall werdt Ihr zumal Euch nimmer von mir lenken.

7. Also könnt Ihr vermerken, mit was für Labsal gut
ich täglichen tu stärken meins Herzens Sinn und Mut.
Itzt ich beschließ', bin des gewiss, werd' Euch dies lahn gefallen,
gleichfalls mir auch, nach Liebs Gebrauch, ein süßes Liedlein schallen.